Film und Psychoanalyse - Themenreihe „Begehren@Illusion“ - Atàme!

 

Das ausführliche Programm der aktuellen Themenreihe finden Sie hier.

 

 Themenreihe „Begehren@Illusion"

 

Atàme! | Spanien 1989 | R: Pedro Almodóvar | D:Pedro Aldomòvar | K: Jose Luis Alcaine |
M: Ennio Morricone | Mit: Victoria Abril, Antonio Banderas, Loles Leon, Rossy de Palma,
Agustín Almodóvar, Francisca Caballero | 111 min | OmU

 

Darf, kann man diesen Film in Zeiten von „Me Too“ noch oder wieder zeigen? Ein junger,
ungestümer Mann fesselt die Frau, die er liebt, gewaltsam ans Bett, um, wie er ihr treuherzig
erklärt, sie für sich zu gewinnen. Aber schon zu seiner Entstehungszeit polarisierte der Film
Teile des Publikums, das sich in seinen Erwartungen an Almodóvars „starke Frauen“
enttäuscht sah. Dabei wurde vielfach übersehen, um welch zärtlichen Liebesfilm es sich hier
handelt, dass Victoria Abril in der Rolle der Marina keineswegs eine schwache, wehrlose
Frau ist, und wie virtuos hier Fragen von Sexualität, Erotik und Gewalt bildlich dargestellt
werden. Es handelt sich keineswegs um die Verherrlichung einer sadomasochistischen
Beziehung, so ein häufig geäußerter Vorwurf, sondern der Film zeigt durch die konkrete
Fesselung die metaphorischen Fesseln der Liebe auf. Dass sich dabei die Rollen von
unterworfener Frau und dominantem Mann spielerisch in ihr Gegenteil verkehren, Komödie
und Melodram kunstvoll miteinander verlinkt werden , gelacht werden darf und das Happy
End einen Mann unter dreifachem weiblichen Pantoffel zeigt, macht außerdem den
ungemeinen Reiz dieses frühen Meisterwerks von Pedro Almodòvar aus.

 

Zeit & Ort

Datum, Uhrzeit 28.01.2024, 17:00
Veranstaltungsort Filmmuseum München